Katastrophenschutz

2002: Hochwasser in Dessau

Der Begriff „Katastrophe“ beschreibt besonders große Schadensfälle, die über den Umfang der „üblichen“ Großschadenslagen im täglichen Leben hinausgehen. Besonderes Kennzeichen einer Katastrophe ist die Betroffenheit sehr vieler Menschen bzw. eines sehr großen Gebietes und eine damit verbundene sehr lange Einsatzdauer.
Beispiele für mögliche Katastrophen sind vor allem die immer  häufiger auftretenden Extremwetterereignisse wie Stürme oder Starkregen, Unfälle in Chemiebetrieben, Transportunfälle mit großen

2001: Katastrophenschutz Übung

Mengen freigesetzter Gefahrgüter, Flugzeugabstürze oder Bahnunfälle auf den Schnellfahrstrecken und in Tunneln. Speziell in Südhessen gibt es die Gefahr eines Störfalls im Kernkraftwerk Biblis und eines Hochwassers im Hessischen Ried. Während die Wahrscheinlichkeit des Verteidigungsfalles, also eines Krieges, seit den 90-er Jahren nachgelassen hat, ist in den letzten Jahren die Gefahr eines Terroranschlags rapide gewachsen.
Da solche Ereignisse mit den Mitteln der örtlichen Feuerwehren und Rettungsdienste nicht mehr zu

2002: Hochwasser in Dessau

bewältigen sind und auch eine übergeordnete Einsatzleitung erforderlich machen, wurden für den Katastrophenschutz in Deutschland besondere Strukturen und Einheiten geschaffen. Die Leitung im Katastrophenfall übernehmen abhängig vom betroffenen Gebiet der Landkreis, das Regierungspräsidium, das Land oder auch der Bund.

Die Einheiten des Katastrophenschutzes gliedern sich auf in die Bereiche Brandschutz, Gefahrstoff-ABC, Sanitäts- und Betreuungsdienst, Wasserrettung, Bergung und Instandsetzung sowie Information und Kommunikation. Die Einsatzkräfte – in Hessen etwa 25.000 – werden zum überwiegenden Teil von den Feuerwehren gestellt. Die übrigen Kräfte kommen von den Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz und dem THW.
Die Feuerwehr Eppertshausen stellt einen der 405 Löschzüge für den Katastrophenschutz in Hessen. Hierfür stehen den 22 Einsatzkräften vier Einsatzfahrzeuge zur Verfügung – Einsatzleitwagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, Rüstwagen und Gerätewagen-Nachschub.
Der Löschzug ist zuständig für die Rettung von Menschen und Tieren, Schutz bzw. Bergung von Sachwerten, die Wasserversorgung, Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und kann von der Einsatzleitung auch für sonstige humanitäre Aufträge eingesetzt werden.
Katastrophenfälle sind glücklicherweise sehr selten. Der letzte Einsatz für die Feuerwehr Eppertshausen war im Jahr 2002, als es in Dessau die Folgen des Elbehochwassers zu bekämpfen galt. Trotzdem muss die Einsatzbereitschaft ständig aufrecht erhalten und geprobt werden. Dazu finden neben der „normalen“ Feuerwehrausbildung und der Katastrophenschutzausbildung vor Ort regelmäßig groß angelegte Katastrophenschutzübungen im Landkreis Darmstadt-Dieburg statt.
Feuerwehrangehörige, die sich als Helfer im Katastrophenschutz für mindestens sechs Jahre verpflichten, können vom Wehrdienst befreit werden.
Bei einem  Katastropheneinsatz kann die flächendeckende Versorgung Hilfesuchender auf dem Niveau der täglichen Gefahrenabwehr im Fall der Fälle nicht garantiert werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass auch die Bevölkerung Vorsorge für den Katastrophenfall betreibt, den sogenannten Selbstschutz. Informationen hierzu finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.