Piepsen an Papas Hosenbund

Papa repariert mein Fahrrad

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Papa hat sich extra Zeit genommen, um mein Fahrrad zu reparieren, das beim Sturz letzte Woche etwas demoliert wurde. Wir wollen nämlich am Wochenende eine Radtour mit der ganzen Familie machen. Wir waren gerade so schön bei der Arbeit und amüsierten uns über unsere Witze, als plötzlich ein schrilles lautes Piepsen von Papas Hosenbund zu hören war. Papa hat sofort aufgehört zu lachen, ließ sämtliches Werkzeug fallen und rannte los, um seinen Autoschlüssel zu holen. Dabei rief er mir noch zu: „Tut mir leid, Einsatz! Den Rest müssen wir später machen“. Und schon war er weg, noch bevor von der Leitstelle die Durchsage kam: „Einsatzbereitschaft herstellen“. So, da stand ich nun: Schmutzige Hände und Kleidung,

Hoffentlich kommt Papa gesund wieder

Werkzeug in der Hand, Fahrrad auf dem Kopf und allein, weil Mama noch nicht da war. Dazu machte ich mir so meine Gedanken:
Ist was Schlimmes passiert?
Ist jemand verletzt oder in Gefahr?
Ist es ein Feuer oder ein Unfall?
Muss mein Papa in dieses Feuer hinein? 
Kann er anderen Menschen das Leben retten? 
Oder auch noch Tiere aus einer brennenden Wohnung retten?
Passiert meinem Papa auch nichts? 
Feuer ist schließlich auch für Feuerwehrleute gefährlich. Hoffentlich kommen alle heil nach Hause und es wurde keiner verletzt.

Endlich

Von weitem höre ich die Martinshörner mehrerer Feuerwehrautos. Das ist ein unangenehmes Gefühl, weil bestimmt etwas Größeres passiert ist. Am liebsten würde ich hingehen und gucken, was passiert ist. Schließlich ist ja mein Papa dort und vielleicht in Gefahr! Aber Papa sagt immer, dass die vielen Leute, die immer zum Gucken kommen, die Einsatzkräfte bei der Arbeit stören und behindern. Also bleibe ich da und warte ab. Eigentlich bin ich ja stolz, dass mein Papa ein Feuerwehrmann ist und Leuten bei Gefahr, Unfällen, Bränden und sogar bei Wespen helfen kann. Und das ehrenamtlich. Gedankenverloren setze ich mich auf die Treppe und falte meine Hände. Da kam mir ein Gedanke: 
Ich kann doch beten. Ich dachte an die Feuerwehrleute und an Papa und betete zu Gott, dass niemandem etwas zustoßen möge und der Einsatz bald zu Ende wäre. Wie lange ich da gesessen habe, weiß ich nicht mehr. Plötzlich hörte ich, wie jemand das Tor aufschloss. Gespannt schaute ich hin, es war Papa. Ich freute mich riesig und wollte gleich wissen, was passiert war. Er berichtete, dass eine Fritteuse gebrannt habe. Der Besitzer hatte gleich richtig reagiert und das Feuer erstickt. Es gab aber soviel Rauch, dass die Nachbarn die Feuerwehr gerufen hatten. Und da man nicht wusste, was brennt und wie viele Leute in der Wohnung waren, kamen ganz viele Feuerwehrleute und Feuerwehrautos, um zu helfen. Es war aber Gott sei Dank nicht mehr viel zu tun. 
Erleichtert hörte ich zu. Ich schnappte das Werkzeug, um mein Fahrrad weiter zu reparieren. Dabei schaute ich noch mal kurz zum Himmel und dachte: „Danke!“